Wie erstelle ich ein Lastenheft?

Wieder ein Thema aus dem Alltag. Ich wurde zu einem Kunden bestellt um dort mit ihm zusammen Lastenhefte für verschiedene Projekte zu erstellen. Das hat mich zu der Frage geführt, was macht eigentlich ein gutes Lastenheft aus und wie könnte mein Beratungsanteil darin aussehen? Es ist ja so, dass der Kunde seine Anforderungen am besten kennt. Er hat eine Idee für ein neues Produkt oder eine neue Funktion im Kopf und ich kann ihm nur helfen das Ganze in die richtige Form zu bringen und ihn darauf hinweisen, welche Informationen er benötigt. Aus dieser Herangehensweise heraus habe ich eine PowerPoint erstellt, welche die aus meiner Sicht wichtigsten Aspekte in Fragenform beinhaltet. Die wichtigsten Aspekte daraus möchte ich gerne mit euch teilen.

Die Kernaspekte können in 9 Kapitel gegliedert werden:

  1. AusgangssituationWas hat den Kunden dazu bewogen ein Projektvorhaben zu starten? Was ist das Problem, wie wurde es früher behoben und welcher Mehrwert entsteht mit der neuen Lösung. Ach ja, und natürlich passt die Projektidee zum Gesamtkonzept des Unternehmens
  2. ZielsetzungWie soll das Ergebnis aussehen und was werden die Akzeptanzkriterien sein? Welche Messwerkzeuge werden zur Prüfung eingesetzt? Welche Ressourcen benötigen wir und bis wann muss es fertig sein?
  3. ProdukteinsatzWie sieht die Umgebung aus mit Tools, Patchständen, Konfigurationen etc. Sind wir in der Cloud oder benötigen wir mobile devices? Und an wen richten wir uns? Eine kleine Expertengruppe oder ehr alle Mitarbeiter des Unternehmens?
  4. Funktionale AnforderungenDie Fachlichen Anforderungen sind das wichtigste für den Kunden und das am schwierigsten beschreibbare für uns. Was genau will der Kunde mit seinem Projekt erreichen? Wie viele Einzelanforderungen können wir herauskitzeln und wie werden sie SMART? (Siehe Ende des Beitrages)
  5. Nichtfunktionale AnforderungenHier geht es um Änderbarkeit, Flexibilität, Skalierbarkeit, Performance, Sichtbarkeit, Sicherheit, Zuverlässigkeit und Bedienbarkeit der Lösung. Also alles Faktoren, die für die eigentlichen Anforderungen unerheblich sind, jedoch ausschlaggebend für die Akzeptanz der Software.
  6. LieferumfangWas wird als Bestandteil des Ergebnisses für dieses Projekt erwartet und auch, was wird nicht erwartet? Gibt es Dinge, die aus anderer Quelle kommen?
  7. Phasenplanung und MeilensteineDas Umfasst die Planung. Wie lange soll das Projekt gehen sowohl in Zeiteinheiten als auch Projekteinheiten. Gibt es einen zwingenden Termin für das Projekt? Gibt es Abhängigkeiten zwischen einzelnen Projektteilen und einen kritischen Pfad? Wie geht es mit Schulungen und GoLive weiter? Und natürlich was ist in den jeweiligen Meilensteinen genau abzuliefern?
  8. Offene PunkteWas sind die noch offenen Fragen? Wer ist für die Klärung verantwortlich und wer ist Entscheidungsträger? Gibt es einen allgemeinen Entscheidungsprozess innerhalb des Projektes und wie sieht es mit den Veto-Rechten der Stakeholdern aus?
  9. Abnahmekriterien und QualitätsanforderungenIm Prinzip schon in der Zielsetzung genannt, wird hier noch einmal ganz konkret die Erwartungshaltung geklärt. Was muss passieren, damit das Projekt als Erfolg gewertet wird? Wie sind die Berichtswege und Eskalationswege. Wie sehen die konkreten Qualitätsansprüche an das Projekt aus und wie setzen wir diese um? Gibt es Applikationen mit denen die Qualität in diesem Projekt zwingend nachgewiesen werden muss?

Und zum Schluss noch, was ist eigentlich das Smart-Kriterium? Eine Anforderung ist SMART, wenn:

•        Spezifisch           Ziele müssen eindeutig und präzise definiert sein
•        Messbar               Ziele müssen anhand von Parametern prüfbar sein
•        Akzeptiert           Ziele müssen von den Empfängern akzeptiert werden
•        Realistisch          Ziele müssen möglich sein
•        Terminiert          Ziele müssen mit einer klare Terminvorgabe versehen sein

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